Dis_Ident wird von MIND prevention koordiniert und bündelt Expertise aus Kommunikations‑ und Medienwissenschaft, (Sozial‑)Psychologie, Psychosozialer Prävention sowie politischer Bildung. Sechs Teilprojekte arbeiten eng zusammen, um Forschungserkenntnisse direkt in praxistaugliche Präventionsansätze zu überführen. Die Partner stimmen Datenerhebungen, Analyseansätze und Transferformate fortlaufend ab und entwickeln gemeinsam Materialien, Evaluationen und Empfehlungen für Schule, Jugend‑ und Medienarbeit.
Im Folgenden finden Sie Kurzprofile der beteiligten Praxis‑ und Forschungspartner. Zu jedem Partner sind die verantworteten Teilprojekte benannt.

MIND prevention (Mansour-Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention) koordiniert das Verbundprojekt und bringt langjährige Erfahrung aus der pädagogischen Präventionsarbeit in Schule und Jugendarbeit ein. Der pädagogische Ansatz von MIND setzt auf theaterpädagogische Methoden – Rollenspiele und moderierte Reflexionsformate, in denen antisemitische und extremistische Narrative dekonstruiert werden. Dabei werden sowohl kognitive als auch emotionale Zugänge angesprochen und gruppendynamische Prozesse gezielt genutzt, um Perspektivwechsel zu ermöglichen und festgefahrene Denkmuster zu lösen. MIND prevention verfügt bereits über ein breites und evaluiertes Trainingsportfolio, das im Projekt wissenschaftlich geschärft, weiterentwickelt und bundesweit skalierbar gemacht wird.
Gesamtkoordination, Praxisarbeit an Schulen, Mitarbeit in mehreren Teilprojekten (u.a. Weiterentwicklung der Workshops, digitale Prävention, Fortbildungen) sowie Unterstützung bei Durchführung und Evaluation der Maßnahmen.
Die LMU München bringt Expertise in Kommunikations- und Medienforschung sowie Sozialpsychologie ein. Im Fokus stehen die Verbreitung und Wirkung von Desinformation in sozialen Netzwerken und deren Einfluss auf Identitätskonstruktion, Emotionen und soziale Zugehörigkeit. Die Forschung verbindet digitale Inhalts- und Netzwerkperspektiven mit Studien zur Mediennutzung Jugendlicher und zu sozialpsychologischen Mechanismen wie Stereotypen und Schuldzuschreibungen.
Prof. Dr. Diana Rieger & PD Dr. Claudia Riesmeyer; Prof. Dr. Friederike Funk
TP1 „Desinformation und soziale Medien“ – Leitung Prof. Dr. Rieger, PD Dr. Riesmeyer;
TP4.2 „Evaluation der MIND-Workshops und sozialkognitive Mechanismen“ – Leitung Prof. Dr. Funk


Das Universitätsklinikum Heidelberg (Institut für Psychosoziale Prävention) bringt psychologische und klinisch fundierte Perspektiven in die Analyse von Radikalisierungsprozessen ein. Im Mittelpunkt stehen individuelle, familiäre und schulische Einflussfaktoren, die die Anfälligkeit Jugendlicher für antisemitische und islamistische Ideologien erhöhen oder abschwächen können. Die Forschung knüpft an psychodynamische und mentalisierungsbasierte Ansätze an und untersucht, wie Reflexionsvermögen und kritische Auseinandersetzung mit ideologischen Inhalten gestärkt werden können.
Prof. Dr. Svenja Taubner.
TP2 „Psychosoziale Prädiktoren von Radikalisierung und Antisemitismus“
Die Universität zu Köln (Institut für Politikwissenschaft, Bildungspolitik und politische Bildung) fokussiert sich auf schulische und außerschulische politische Bildung sowie die Frage, welche Materialien, Kompetenzen und Fortbildungsformate benötigt werden, um antisemitischen und islamistischen Erzählungen frühzeitig und professionell zu begegnen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Curricula und Schulbüchern sowie auf Bedarfsanalysen mit Lehrkräften, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und (jüdischen) Schüler:innen/Studierenden. Aufbauend darauf werden Fortbildungs- und Transferbausteine entwickelt, die im Projekt iterativ mit Erkenntnissen aus den anderen Teilprojekten verzahnt werden.
Prof. Dr. Gudrun Hentges.
TP3 „Bedarfsanalyse für Lehrkräfte und Jugendliche“
TP5 „Entwicklung von Gegenstrategien und Lehrerfortbildung“


Die FAU Erlangen-Nürnberg (Institut für Psychologie) verantwortet zentrale Evaluations- und Methodikbausteine im Projekt. Im Fokus stehen diagnostische, statistische und evaluative Verfahren, um die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen belastbar zu prüfen – einschließlich Wirk- und Transferanalysen sowie längsschnittlicher Designs. So wird untersucht, welche Workshop-Elemente und Mechanismen tatsächlich Einstellungen und Verhalten verändern und wie nachhaltig die entwickelten Bausteine im Bildungsalltag verankert werden können.
Prof. Dr. Mark Stemmler.
TP4 „Evaluation der MIND-Workshops und sozialkognitive Mechanismen“
TP6 „Evaluation der entwickelten Präventionsmaßnahmen“