steht unter der Leitung der Universität zu Köln

Teilprojekt 3 analysiert, wie (israelbezogener) Antisemitismus aktuell in Schule und Unterricht adressiert wird und wo Lücken und Bedarfe für die politische Bildung bestehen. Im Fokus stehen Lehrpläne, Schulbücher und Unterrichtsmaterialien ausgewählter Bundesländer (NRW, Bayern, Sachsen und Berlin/Brandenburg) sowie die Perspektiven von Lehrkräften, Schulsozialarbeiter:innen, Schulpsycholog:innen und Schüler:innen. Die Lehrplan- und Schulbuchanalyse untersucht u.a., ob und auf welche Weise Antisemitismus als Thema in Lehrplänen der politischen Bildung verankert ist und wie Antisemitismus in Schulbüchern behandelt wird. Interviews mit Lehrkräften, Schulsozialarbeiter:innen und Schulpsycholog:innen sowie Gruppendiskussionen mit Schüler:innen sollen reale Herausforderungen im Schulalltag und Bedarfe sichtbar machen: Dazu zählen u.a. Unsicherheiten im Umgang mit kontroversen Diskussionen bzw. den didaktischen Prinzipien der Kontroversität und Multiperspektivität, Zeit- und Ressourcenmangel oder fehlende Kompetenzen und fehlendes Wissen zum Umgang mit Antisemitismus. Die Ergebnisse münden in praxisnahen Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Lehrplänen und Schulbüchern sowie zum pädagogischen und didaktischen Umgang mit Antisemitismus. Ein Praxistransfer wird durch die Durchführung von Lehrkräftefortbildungen und Seminaren für Lehramtsstudierende gewährleistet.
Methodisch kombiniert das Teilprojekt eine systematische Analyse von Bildungsmedien mit qualitativen Erhebungen. Lehrpläne, Schulbücher und ausgewählte Unterrichtsmaterialien werden mithilfe der Methoden der qualitativen Inhaltsanalyse sowie der kritischen Diskursanalyse (KDA) untersucht – die Auswertung erfolgt softwaregestützt (MAXQDA). Ergänzend werden Interviews mit Lehrkräften, Schulpsycholog:innen und Schulsozialarbeiter:innen sowie Gruppendiskussionen mit Schüler:innen durchgeführt, in denen die Teilnehmenden von ihren Erfahrungen mit Antisemitismus, Kontroversen im Klassenzimmer (insbesondere im Zusammenhang mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt) und bisherigen Präventions- und Bildungsangeboten berichten und diskutieren können. Darüber hinaus finden Gruppendiskussionen mit jüdischen Schüler:innen statt, um Erfahrungen und Bedarfe von Betroffenen in einem geschützten Raum zu erheben. Die jeweiligen Ergebnisse werden anschließend zusammengeführt, um konkrete Bedarfe und Handlungsansätze für Unterricht, Workshopentwicklung und Fortbildungen abzuleiten.
Leitung: Prof. Dr. Gudrun Hentges
Wissenschaftliche Mitarbeitende: Judith Vogel, Felix Kirchhof
Studentische Mitarbeitende: Lina-Maria Cino, Carlotta Diehl
